EURO 2008

Das EM-Team der Italiener

Fast auf den Tag genau vierzig Jahre nach dem Finalsieg von Rom (10. Juni) beginnt für Italien die EURO 2008 am 9. Juni gleich mit einem echten Härtetest gegen die Niederlande in Zürich.

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Die italienische Serie A gehört zu den stärksten Ligen der Welt, sodass Trainer Donadoni, der selbst mit dem AC Mailand zahlreiche Titel holte, personell die Qual der Wahl hatte.

Kader

Tor: Gianluigi Buffon (Juventus Turin), Marco Amelia (AS Livorno), Morgan De Sanctis (FC Sevilla)

Abwehr: Marco Materazzi (Inter Mailand), Christian Panucci (AS Rom), Andrea Barzagli (US Palermo), Gianluca Zambrotta (FC Barcelona), Giorgio Chiellini (Juventus Turin), Fabio Grosso (Olympique Lyon), Alessandro Gamberini (AC Florenz)

Kapitän Fabio Cannavaro muss verletzungsbedingt zuhause bleiben. Für ihn wurde Alessandro Gamberini nachnominiert.

Mittelfeld: Andrea Pirlo, Gennaro Gattuso, Massimo Ambrosini (alle AC Mailand), Daniele De Rossi, Simone Perrotta, Alberto Aquilani (alle AS Rom), Mauro Camoranesi (Juventus Turin)

Angriff: Luca Toni (Bayern München), Alessandro Del Piero (Juventus Turin), Antonio Di Natale, Fabio Quagliarella (beide Udinese Calcio), Marco Borriello, Antonio Cassano (beide Sampdoria Genua)

Erfolge

Der amtierende Weltmeister Italien will bei der EURO 2008 an etwas anknüpfen, das bislang nur Deutschland (1974) und Frankreich (2000) gelang: Zugleich den EM- und WM-Pokal im eigenen Land zu haben. Und nach dem Titelgewinn in Deutschland 2006 strotzt die "Squadra Azzurra" geradezu vor Selbstvertrauen. Der Ergebnisfußball hat in Italien eine breite Tradition. Der defensive Riegel bescherte Italien auch den bislang einzigen EM-Titel. 1968 siegten die Südeuropäer im Wiederholungs-Endspiel gegen Jugoslawien mit den Stars Dino Zoff, Luigi Riva und Giacinto Facchetti in Rom mit 2:0. Zu dem EM-Titel gesellen sich stolze vier WM-Titel in der Vitrine des nationalen Verbandes FIGC. Neben 2006 war die "Squadra Azzurra" auch 1934, 1938 und 1982 bei WM-Turnieren erfolgreich.

Chancen

Die Rücktritte von alternden Stars wie Francesco Totti, Filipo Inzaghi und Alessandro Nesta haben allerdings Plätze für nachrückende Talente freigemacht, Spieler wie Daniele de Rossi, Fabio Quagliarella oder Alberto Aquilani drängen ins Team und heizen den Konkurrenzkampf an. Italiens Nationalteam befindet sich entsprechend nach dem Coup von 2006 in einem Umbruch, der auch am selbstbewussten Weltmeister nicht spurlos vorübergeht. Mit ihrer geballten Erfahrung, ihrer kompakten Spielweise und der individuellen Klasse ihrer Spieler sind die Südeuropäer aber auch in Österreich und der Schweiz wieder zum engsten Favoritenkreis zu zählen. Und an Selbstvertrauen wird es den "Azzurri" mit Sicherheit nicht mangeln.

Stars

Er galt lange Zeit als mäßig begabt. Er ist kein guter Dribbler, kein überragender Kopfballspieler, nicht schnell, wirkt bisweilen hölzern. Dennoch ist Luca Toni ein herausragender Strafraumstürmer, längst schon Weltmeister und die Nummer eins der Bundesliga-Torschützenliste. Denn Toni ist ein "Brecher", beidfüßig, trotz seiner 1,94m Körperlänge besitzt er eine gute Technik. Was Toni aus der Masse wirklich hervorhebt, sind jedoch Torinstinkt und Effektivität. Wenn der Bayern-Stürmer den Ball bekommt, blitzen die grünen Augen, und er explodiert.

Eine Ballberührung später, und die Kugel liegt schon im Tor. Im DFB-Pokalfinale musste dies Borussia Dortmund beim 1:2 nach Verlängerung schmerzhaft erfahren, als "Il bomber" beide Bayern-Tore erzielte. Dass Toni erst spät entdeckt wurde, ist seiner früheren Disziplinlosigkeit zuzuschreiben. Viele Jahre verschwendete er in der 2. und 3. italienischen Liga, ehe mit 23 ein Aufstieg begann, der Toni zunächst zum Serie-A-Stürmer beim AC Florenz, Nationalspieler und schließlich zum Weltmeister werden ließ.

Für die Bayern hat sich die 10-Millionen-Euro-Investition schnell bezahlt gemacht, Tonis Torquote in Bundesliga, DFB-Pokal und UEFA-Pokal ist beeindruckend. Mit seiner Freundin, dem blonden Starmodel Marta Cechetto, passt der modebewusste Beau perfekt nach München. Längst Kult ist sein Torjubel: Wenn Toni am rechten Ohr schraubt, ist der Ball im Netz.

(sid, N24)

30.05.2008 16:10 Uhr

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