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EURO 2008

Das EM-Team der Deutschen

Fixpunkt in Löws Team ist Kapitän Michael Ballack vom FC Chelsea, der zusammen mit Werder Bremens Torsten Frings im Mittelfeld die Fäden zieht.

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Im Sturm hat Deutschland in Miroslav Klose, dem Torschützenkönig der WM-Endrunde 2006, einen Angreifer von Weltklasseformat.

Kader

Tor: Jens Lehmann (FC Arsenal), Robert Enke (Hannover 96), Rene Adler (Bayer Leverkusen)

Abwehr: Christoph Metzelder (Real Madrid), Per Mertesacker (Werder Bremen), Philipp Lahm (Bayern München), Arne Friedrich (Hertha BSC Berlin), Marcell Jansen (Bayern München), Clemens Fritz (Werder Bremen), Heiko Westermann (Schalke 04)

Mittelfeld:Michael Ballack (FC Chelsea), Thomas Hitzlsperger (VfB Stuttgart), Simon Rolfes (Bayer Leverkusen), Torsten Frings (Werder Bremen), Bastian Schweinsteiger (Bayern München), Piotr Trochowski (Hamburger SV), Tim Borowski (Werder Bremen), David Odonkor (Betis Sevilla)

Angriff: Miroslav Klose (Bayern München), Lukas Podolski (Bayern München), Mario Gomez (VfB Stuttgart), Kevin Kuranyi (Schalke 04), Oliver Neuville (Borussia Mönchengladbach)

Erfolge

Der letzte deutsche Sieg bei einer EM-Endrunde ist unvergessen. Der heutige Nationalmannschafts-Manager und damalige Stürmerstar Oliver Bierhoff schoss am 30. Juni 1996 in der fünften Minute der Verlängerung im ausverkauften Londoner Wembley-Stadion das erste "Golden Goal" der EM-Geschichte und kürte Deutschland damit im Finale gegen Tschechien zum dritten Mal nach 1972 und 1980 zum Europameister. Was damals noch niemand zu glauben wagte: Es sollte für die nächsten zwölf Jahre das letzte Mal sein, dass ein DFB-Team bei einer EM-Endrunde Grund zum Jubeln hatte.

Es folgten zwei ernüchternde Auftritte bei kontinentalen Meisterschaften. Als Titelverteidiger scheiterte Deutschland 2000 unter Bundestrainer Erich Ribbeck in Belgien und den Niederlanden kläglich, auch 2004 in Portugal war nach drei Spielen ohne Sieg Endstation. Entnervt nahm Teamchef Rudi Völler am 24. Juni 2004 seinen Hut und machte damit den Weg frei zu einer neuen Ära. Jürgen Klinsmann übernahm das Ruder, holte Joachim Löw, Oliver Bierhoff und Andreas Köpke in seinen Stab und startete beim DFB eine kleine Revolution. Alte Strukturen wurden aufgebrochen, Trainingsmethoden modernisiert, ein Psychologe verpflichtet, Systemfußball einstudiert. Alles war unter Klinsmann auf das große Projekt WM 2006 im eigenen Land ausgerichtet.

Zunächst belachten die Medien noch Klinsmanns Eigenwilligkeit, doch spätestens als die deutsche Mannschaft vom defensiv orientierten Kraftspiel zu modernem und schnellem Offensivspiel überging und auch die Ergebnisse langsam besser wurden, schwenkten sie um. Es entstand eine kaum für möglich gehaltene Euphorie, die das Team bei der Endrunde bis ins Halbfinale und letztlich zu Rang drei trug. Unter Klinsmann hat sich auch die Wahrnehmung der Nationalmannschaft bei den Bürgern grundlegend verändert, das Team begeistert wieder und hat sich in die Herzen der Fans gespielt

Chancen

Nachdem Klinsmann seinen Abschied eingereicht hatte übernahm Löw das Amt des Bundestrainers und setzte den eingeschlagenen Kurs nahtlos fort. Als erstes Team nach den Gastgebern löste Deutschland in der Qualifikation sein Ticket für die EURO 2008, sehr souverän nahm die DFB-Auswahl Hürden wie Wales, Irland oder die Slowakei. Die Stimmung ist unverändert gut: Auch wenn der ganz große WM-Hype natürlich abgeklungen ist, vertraut Deutschland seiner Nationalelf noch immer. In einer Umfrage glaubten 54 Prozent aller Bürger an einen Titelgewinn.

Stars

Im Angriff hat Joachim Löw die Qual der Wahl - doch ein Platz ist längst fest vergeben: Miroslav Klose ist beim Bundestrainer gesetzt. Löw weiß um die Stärken des Torjägers von Bayern München, der zuletzt gerade bei Turnieren zu großer Form aufgelaufen ist. Bei der WM 2002 in Südkorea und Japan holte sich Klose mit fünf Treffern hinter Superstar Ronaldo (8) den "Silbernen Schuh". Der goldene kam bei der WM 2006 im eigenen Land dazu: Mit fünf Toren wurde der gebürtige Pole Torschützenkönig und bestätigte seinen Aufstieg zu einem auch international anerkannten Star. Galt Klose früher eher als zurückhaltend, formuliert er inzwischen selbstbewusst seine Ziele und Ansprüche. Dass er in der DFB-Auswahl Stürmer Nummer eins sei, "sehe ich auch so. Daran ist nicht zu rütteln, das spürt man", meinte der 29-Jährige mit dem Markenzeichen Torsalto.

(sid, N24)

30.05.2008 16:31 Uhr

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