"Routinetest"

Nordkorea schießt Kurzstreckenraketen ab

Nordkorea bleibt in den weltweiten Schlagzeilen: Erst gab es Gerüchte, dass Staatschef Kim Jong Il bei einem Anschlag ums Leben gekommen sei, nun hat das Land wohl wieder Raketen getestet.

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Raketen vor dem südkoreanischen Kriegsmuseum in Seoul. Nordkorea hat laut südkoreanischen Medien drei Kurzstreckenraketen zum Test abgefeuert.

Nordkorea hat nach südkoreanischen Informationen im Gelben Meer zu Testzwecken drei Kurzstreckenraketen abgefeuert. Die Raketentests seien Teil einer militärischen Übung gewesen, berichtete die südkoreanische Agentur Yonhap unter Berufung auf Regierungskreise in Seoul. Nordkorea steht in Verhandlungen mit den USA, China, Japan, Russland und Südkorea über eine Aufgabe seines Atomprogramms. Dabei traten wiederholt Verzögerungen und Unstimmigkeiten auf.

Verhältnis zwischen Nord- und Südkorea verschlechtert

Seit dem Amtsantritt des neuen südkoreanischen Präsidenten Lee Myung Bak im Februar gibt es Hinweise auf eine Verschlechterung der Beziehungen zwischen den beiden koreanischen Staaten. Die drei Kurzstreckenraketen wurden laut Yonhap am Freitag vor Jeungsan, westlich von Pjöngjang, abgefeuert. Einen ähnlichen Raketentest hatte es bereits Ende März gegeben. Eine offizielle südkoreanische Quelle gab es für den jüngsten Raketentest nicht.

Raketenabschuss war Manövervorbereitung

"Wir geben zu Geheimsachen keine Erklärungen ab", sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul. "Wir glauben, dass es Teil der Vorbereitungen für die Manöver im Sommer ist", sagte ein Regierungsvertreter, der namentlich nicht genannt werden wollte, der Nachrichtenagentur Yonhap. "Die Tests sollten nicht dazu dienen, den Süden zu bedrohen." Das nordkoreanische Militär betreibt üblicherweise im Mai und Juni Inspektionen, mit denen die Manöver im Sommer vorbereitet werden.

Militär in Nordkorea drohte

Das nordkoreanische Militär warnte kürzlich, die Beziehungen zum Süden könnten in eine "unkontrollierbar katastrophale Phase" eintreten, wenn aus dem Süden weiter anti-kommunistische Flugblätter im Norden verbreitet würden. Nach Darstellung des Nordens werden die Flugblätter mit Ballons über die Grenze transportiert. Das Verteidigungsministerium in Seoul erklärte, schon seit 2004 würden keine Flugblätter mehr verbreitet. Allerdings setzen offenbar Privatpersonen und Organisationen sowie Exil-Nordkoreaner dieses Mittel weiter ein.

(dpa, AFP, N24)

31.05.2008 13:30 Uhr

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