Ende des Boykotts

Milch und Butter werden teurer

Die gute Nachricht: Die Bauern liefern wieder Milch. Die schlechte: Der Milchstreit ist noch nicht beendet. Und auf die Verbraucher kommen höhere Preise für Milch und Butter zu.

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Die höheren Milchpreise für Bauern werden die Discounter an die Verbaucher weitergeben. Das sagt der Einzelhandelsverband voraus.
Die höheren Milchpreise für Bauern werden die Discounter an die Verbaucher weitergeben. Das sagt der Einzelhandelsverband voraus.

Zehn Tage hat der Milchboykott der Bauern gedauert. Jetzt liefern sie wieder Milch. Zuvor hatten Handelsketten höhere Preise zugesichert, die meisten wenigstens Verhandlungsbereitschaft signalisiert. Ganz ausgeräumt ist der Konflikt allerdings noch nicht. Denn feste Zusagen für mehr Geld haben die Milchbauern noch von den wenigsten Handelsketten bekommen.

Kampf geht weiter

Die Bauern fordern weiterhin 43 Cent pro Liter Milch. Der Vorsitzende des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter, Romuald Schaber, sagte bereits, es stehe noch ein langer Kampf bevor. Auch Nordmilch-Vertriebsvorstand Martin Mischel zeigte sich skeptisch.

Das Einlenken der Handelskonzerne könnten bald auch die Verbraucher zu spüren bekommen. Es spricht einiges dafür, dass neben der Milch auch Butter teurer wird, sagte Hubertus Pellengahr, Geschäftsführer des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE), der "Berliner Zeitung". Lidl habe den Anfang gemacht, nun bilde sich über die gesamte Branche hinweg ein neues Preisniveau. Ob auch Joghurt,Käse und andere Milchprodukte teurer werden, sei noch nichtabzusehen.

Der Konflikt entspannte sich, als der zweitgrößte deutsche Discounter Lidl am Mittwoch ankündigte, den Preis um zehn Cent pro Liter zu erhöhen. Am Donnerstag zog "Kaufland" nach, von der kommenden Woche an die Preise für Milch zu erhöhen, wie die "Heilbronner Stimme" berichtete. REWE, METRO und Edeka und Aldi Nord sind verhandlungsbereit, sagte Seehofer. Aldi Süd kündigte an, sich "an den aktuell im Markt diskutierten Erzeugerpreisen" orientieren zu wollen. Auch Tengelmann und der Discounter Plus zeigten sich bereit zu Gesprächen.

Seehofer lädt zum Milchgipfel

Derweil hat Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) angekündigt, "in Kürze" Bauern, Vertreter der Bundesländer und alle Beteiligten der Milchwirtschaft zu einem Milchgipfel einladen. Das kündigte Seehofer in einem Gespräch mit dem Berliner "Tagesspiegel" an. Bei dem Gipfel soll es demnach um die Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft, Strukturfragen und um die Frage gehen, "wie es um die Angebotsmacht der Bauern gegenüber anderen Wirtschaftsbeteiligten steht".

Der Minister forderte, den Bauern "einen vernünftigen Preis für ihre Produkte zu zahlen". Man müsse versuchen, "so etwas wie eine Grundversorgung mit Lebensmitteln im eigenen Land sicherstellen zu können", sagte Seehofer.

(AFP, dpa, N24)

06.06.2008 08:30 Uhr

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