Polizei ist gefordert
Was planen Hooligans zur EM?
Österreichs Polizei fürchtet, dass die martialischen Schlagzeilen polnischer Medien vor dem Auftaktspiel gegen Deutschland die Gewaltbereitschaft der Fan-Gruppen anheizt.
Die österreichische Polizei hat sich vor dem Spiel Deutschland gegen Polen in Klagenfurt wegen der antideutschen Berichterstattung in polnischen Medien besorgt gezeigt. "Uns war immer klar, dass die Partien in Klagenfurt anspruchsvoll sein werden, wir sind auf alles vorbereitet", sagte der Kärntner Sicherheitsdirektor Albert Slamanig nach Angaben der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Die Berichterstattung in manchen polnischen Medien sei unappetitlich und für die Polizei alles andere als hilfreich.
Eine polnische Boulevard-Zeitung ("Super Express") hatte am Mittwoch eine Fotomontage gedruckt , auf der Polens Nationaltrainer Leo Beenhakker die abgetrennten Köpfe von Bundestrainer Joachim Löw und DFB-Kapitän Michael Ballack in den Händen hielt. Darüber stand die Schlagzeile: "Leo, bring uns ihre Köpfe!" Beenhakker hatte sich noch am selben Tag von den Veröffentlichungen distanziert.
"In Klagenfurt wird zehnmal so viel Polizei unterwegs sein als sonst", sagte Landespolizeikommandant Wolfgang Rauchegger nach APA-Angaben. Die gewalttätige Szene in den betroffenen Ländern werde genau beobachtet. Die verschärften Grenzkontrollen hätten bereits Erfolge gebracht. Ein deutscher Hooligan sei bereits in den vergangenen Tagen an der Grenze bei Salzburg zurückgewiesen worden.
Experte: "Gewalttäter eher im Umfeld der Clubs organisiert"
Fanforscher Gunter Pilz von der Universität Hannover hält auch das Vorrundenspiel zwischen Deutschland und Kroatien in Klagenfurt für einen Brennpunkt: "Eine kleine Stadt nah an Kroatien, ein kleines Stadion und die höchste Kartennachfrage - da kann man davon ausgehen, dass das eines der Schlüsselspiele wird."
Anlass zur Sorge böten die Fans aus Osteuropa. "Wobei man auch im Fall der Polen sagen muss: Die Gewalttäter sind eher im Umfeld der Clubs organisiert", so Pilz. Die Zahl gewaltbereiter Fans aus Deutschland werde "im Vergleich zur Gesamtzahl verschwindend gering sein", heißt es beim DFB.
(dpa, AP, N24)
06.06.2008 14:23 Uhr









